Yeehaw! 🤠
2023 war die perfekte Gelegenheit für etwas Besonderes.
Ich habe ein ziemlich gutes Verhältnis zu meinem Onkel. Er hat mir in schwierigen Zeiten schon oft unter die Arme gegriffen, und irgendwann wuchs in mir der Wunsch, mich dafür zu revanchieren.
Ich weiß, dass er ein großer Fan von Pinball- bzw. Flipperautomaten und den klassischen Spielen von früher ist – da lag die Idee eigentlich auf der Hand: Ich baue ihm einen Arcade-Automaten.
Aber dann kam die nächste Frage: Was für einen?
Mein Onkel hat nämlich noch ein weiteres großes Hobby – in ihm steckt ein echter Cowboy. In der Eifel hat er sogar seine eigene kleine Ranch.
Also dachte ich mir: Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?
Arcade trifft Cowboy – und wir schauen einfach mal, was dabei am Ende herauskommt.
Aber wie soll so etwas überhaupt aussehen?
Als Erstes habe ich mir ein paar alte Clint-Eastwood-Western angeschaut und bei Google nach Bildern gesucht, die dieses typische Cowboy- und Western-Flair einfangen.
Überall sieht man Holz, Staub und Dreck – und natürlich diese typische hohe Frontfassade, oft mit einem rechteckigen oder halbkreisförmigen Feld oben, wo früher die Beschriftung der Läden draufstand.
Damit hatte ich schon mal eine grobe Vorlage im Kopf. Jetzt fehlte nur noch ein bisschen Fantasie.
Wie so oft hilft da ganz klassisch Stift und Papier, um die Ideen einfach mal aufs Blatt zu bringen
Ich habe mir überlegt, wie ein Arcade-Automat aussehen könnte, wenn er damals in einem alten Saloon gestanden hätte. Wahrscheinlich ziemlich schlicht, denn die meisten Leute hatten zu der Zeit ja nicht besonders viel Geld.
Auch hier hat mir Google wieder etwas Inspiration geliefert. Ich habe ein paar einfache Arcade-Automaten mit Holzdekor gefunden. Die waren zwar nicht genau das, was ich wollte, aber sie haben mir zumindest eine Richtung vorgegeben, aus der ich dann Schritt für Schritt mein eigenes Design entwickeln konnte.
Auf geht’s! Wir brauchen jede Menge Holz. Ich schnapp mir dafür die Latten von alten Einwegpaletten, die ich schon auseinandergebaut und jede einzelne fein mit dem Bandschleifer und 120er Körnung geschliffen habe. Für die Bodenplatte nehme ich eine alte OSB-Schichtplatte, fürs Gerüst einfache Latten.
Dann geht’s wie immer los: Wir bauen die Kiste von unten nach oben.
Zuerst habe ich das Gehäuse grob hochgezogen, dann die gewünschte Form angezeichnet. Danach habe ich jede Latte wieder rausgenommen und an der Kappsäge passend zugeschnitten. So ist am Ende diese Form entstanden. Dass alles nicht zu 100 % im Winkel ist, habe ich ziemlich früh aufgegeben – die Latten waren teilweise verzogen und in der Stärke leicht unterschiedlich. Aber hey, das passt ja auch zum rustikalen Look.
Jetzt kann man schon ein bisschen erkennen, was das mal werden soll.
Und nein, es wird kein Jägersitz!
Ein bisschen Kopfzerbrechen hat mir das Marquee bereitet, das ich aus zwei Teilen zusammengebastelt habe.
Und so ging es Schritt für Schritt weiter, bis "die Kiste" schließlich stand.
Dann kam der Brenner zum Einsatz – soll ja schließlich authentisch aussehen. Danach wurde natürlich wieder gebürstet, geschliffen und zum Schluss habe ich das ganze Cabinet mit Leinölfirnis eingeölt.
Das Controlpanel war definitiv das Highlight. Hier habe ich mir richtig Zeit genommen und verschiedene Materialien ausprobiert. Am Ende wurden es zwei Leimholzplatten, die ich zusammengeleimt habe. Die Platten wurden gebeizt, geschliffen, lackiert, nochmal geschliffen… gefühlt zehn Schichten Lack später war die Oberfläche endlich super glatt – robust genug, um Kratzer oder sogar einen umgekippten Whiskey locker wegzustecken.
Und ganz zum Schluss, als die Technik eingebaut war – ich habe dafür einen alten PC und einen 4:3-Monitor aus Kleinanzeigen verwendet – ging es ans Dekorieren. Ein paar kleine Extras durften natürlich nicht fehlen: Cowboy-Rodeo-Schilder, ein Bierhalter, stimmungsvolles Licht und so weiter.
Ich hoffe, euch gefällt das Ergebnis! Mein Onkel war jedenfalls komplett sprachlos, als er das fertige Cabinet zum ersten Mal gesehen hat. War ja schließlich eine Überraschung – und genau so sollte es sein.